Urteil zum Leasing-Widerruf

Urteil zum Leasing-Widerruf: Rückabwicklung eines Sixt-Leasingvertrags möglich

Ein Urteil des Landgerichts München zeigte nun, dass auch Leasingverträge erfolgreich widerrufen werden können. Außerdem bemerkenswert: Das Gericht bestand nicht auf die Zahlung einer Nutzungsentschädigung. Der Widerrufsjoker kann also auch bei Leasingverträgen erfolgreich eingesetzt werden.

Sixt-Leasing mit fehlerhafter Widerrufsbelehrung

Auslöser des bemerkenswerten Urteils war der Versuch eines Leasingnehmers, seinen Vertrag zu widerrufen. Grund waren Fehler in den Widerrufsbelehrungen, welche dafür sorgten, dass die Widerrufsfrist von zwei Wochen nie zu laufen begonnen hat. Der Leasinggeber, Sixt Leasing SE, akzeptierte den Widerruf nicht, woraufhin der Vertragsnehmer vor Gericht zog.

Das Landgericht München beschäftigte sich mit dem Fall und gab dem Kläger recht. Der Leasingnehmer konnte seinen Vertrag aus dem Jahr 2014 über ein geleastes Fahrzeug erfolgreich widerrufen. Das Gericht sah den Vorwurf, der Kläger sei nicht ordnungsgemäß über seine Widerrufsrechte aufgeklärt worden, als begründet an.

Kläger muss keine Nutzungsentschädigung zahlen

Diverse Gerichte fällten bereits Urteile über den Widerruf von Autokreditverträgen. In den meisten Fällen konnten die Kläger erfolgreich ihren Vertrag widerrufen. Jedoch wurden die Kläger in der Regel dazu verpflichtet, die Autobank für die gefahrenen Kilometer zu entschädigen. Trotz dieser Zahlung bleibt der Widerruf eine sehr lukrative Option.

Demzufolge war das Urteil des LG München nicht nur deshalb so besonders, da es das erste in Bezug auf den Widerruf eines Leasingvertrags war. Das Gericht sah außerdem davon ab, den Kläger zu einem Wertersatz für die gefahrenen Kilometer zu verpflichten. Für den Leasingnehmer war diese Klage also ein Erfolg auf ganzer Linie: Alle bereits gezahlten Leasingraten wurden zurückerstattet, womit er das Fahrzeug über mehrere Jahre kostenlos gefahren hat.

Diese Verträge können widerrufen werden

Der sogenannte Widerrufsjoker wird mehr und mehr von Kredit- und Leasingnehmern genutzt, um frühzeitig aus unliebsamen Verträgen herauszukommen. Ein Widerruf ist möglich, wenn Sie Ihren Autokredit- oder Leasingvertrag nach dem 12. Juni 2014 abgeschlossen haben. Zudem müssen sich in den Dokumenten Hinweise darauf finden lassen, dass Sie unzureichend oder fehlerhaft über Ihre Widerrufsrechte informiert wurden.

Da sich in einem Großteil der Verträge fehlerhafte Passagen befinden, ist es wahrscheinlich, dass Ihnen die Möglichkeit, den Widerrufs-Joker zu ziehen, zur Verfügung steht. Beim erfolgreichen Widerruf eines Leasingvertrags erhalten Sie alle bereits gezahlten Leasingraten zurückerstattet.

Widerrufen Sie einen Kreditvertrag erfolgreich, dann muss Ihnen die Autobank eine bereits gezahlte Anzahlung und alle Tilgungsraten zurückzahlen. Lediglich die Zinsen dürfen von der Bank einbehalten werden. Gegebenenfalls wird eine Nutzungsentschädigung für die gefahrenen Kilometer fällig. Jedoch kann auch – wie das Beispiel am Landgericht München zeigt – darauf verzichtet werden.

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