Diese Verkehrszeichen sollen noch 2019 eingeführt werden

Diese Verkehrszeichen sollen noch 2019 eingeführt werden

Mit der Reform der Straßenverkehrsordnung, die Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) aktuell vorantreibt, werden auch einige Verkehrszeichen neu eingeführt. Diese kommen hauptsächlich Fahrradfahrern zu Gute und sollen den Verkehr sicherer machen. Wir zeigen Ihnen, welche Schilder Sie künftig auf Deutschlands Straßen beachten müssen.

Das sind die neuen Verkehrszeichen

Die Reform der Straßenverkehrsordnung bringt nicht nur diverse neue Verkehrsregelungen mit sich, sondern auch entsprechende Verkehrszeichen, die auf die neuen Umstände aufmerksam machen sollen. Denn nur, wo das Schild auch tatsächlich steht, muss die neue Verkehrsregel angewandt werden. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer treibt die Neuerung, die hauptsächlich Fahrradfahrern, Fahrgemeinschaften und Elektrofahrzeugen zu Gute kommen, aktuell engagiert voran. Nun muss nur noch der Bundesrat der neuen Straßenverkehrsordnung zustimmen.

Doch welche Schilder aufgestellt werden, liegt bei den einzelnen Gemeinden und Städten. Zwar müssen sich alle Verkehrsbehörden nach dem neuen Bußgeldkatalog richten – das Aufstellen von Verkehrszeichen ist jedoch auf kommunaler Ebene geregelt. Denn nicht auf jeder Straße sind alle neu eingeführten Schilder sinnvoll. Daher müssen Autofahrer in den nächsten Wochen und Monaten aufmerksam sein und darauf achten, welche Schilder neu aufgestellt wurden und welche neuen Regeln entsprechend zu beachten sind.

Fahrgemeinschaften haben hier zukünftig neue Rechte

Pro PKW sind in Deutschland durchschnittlich 1,46 Personen unterwegs. Das ist dem Verkehrsministerium ein Dorn im Auge, da es so zu Staus und einer Überlastung des Verkehrssystems kommt. Fahrgemeinschaften sind eine Möglichkeit, um den Verkehr zu entlasten und auch die Abgasbelastung in deutschen Großstädten zu senken. Daher sieht die Reform der Straßenverkehrsordnung eine Neuerung vor, die das Bilden von Fahrgemeinschaften künftig attraktiver machen soll.

Spur für Fahrgemeinschaften

Dieses neue Verkehrszeichen besagt, dass in den markierten Bereichen Fahrzeuge mit drei oder mehr Insassen die Busspuren nutzen dürfen, um am restlichen Verkehr vorbeizufahren. Das Schild gilt nicht nur für Autos, sondern auch für Motorräder mit Beiwagen und Elektrokleinstfahrzeuge.

Doch nicht nur das Fahren soll Fahrgemeinschaften künftig erleichtert werden, sondern auch das Parken. Denn die Reform der Straßenverkehrsordnung sieht vor, dass es schon bald gesonderte Parkplätze geben soll, auf denen ausschließlich Fahrzeuge parken dürfen, die drei oder mehr Personen transportieren. All diese neuen Regelungen soll es attraktiver machen, Fahrgemeinschaften zu gründen und so den tagtäglichen Berufsverkehr zu entlasten.

Reform sorgt für sichereres Radfahren

Ein Großteil der neu eigeführten Verkehrszeichen dreht sich um das Fahrradfahren in deutschen Städten. So zielt die Reform der Straßenverkehrsordnung, die von Verkehrsminister Andreas Scheuer initiiert wurde, darauf ab, das Radfahren auf deutschen Straßen sicherer und attraktiver zu machen.

Überholen von Fahrradfahrern verboten

Wurde dieses Schilder aufgestellt, dann ist es allen Autofahrern verboten, Radfahrer und Fahrer anderer einspuriger Fahrzeuge, etwa von Motorrollern oder E-Scootern, zu überholen. Des Weiteren gilt, dass in Bereichen, in denen einspurige Fahrzeuge überholt werden dürfen, innerorts mindestens ein Abstand von 1,5 Metern eingehalten werden muss – außerorts muss das Auto mit einem Abstand von mindestens 2 Metern vorbeifahren.

Rechtsabbiegen nur für Radfahrer

Es gibt bereits den grünen Pfeil an Ampeln, dem es sowohl Autos als auch Fahrrädern erlaubt, bei einer roten Ampelschaltung rechts abzubiegen. Ein neues Verkehrszeichen soll es ausschließlich Radfahrern erlauben, nach rechts abzubiegen.

Neue Bereiche nur für Fahrräder

Neben den neuen Schildern, die das Fahrradfahren in deutschen Städten sicherer machen soll, wird es zukünftig auch mehr Bereiche geben, in denen sich Radfahrer ungestört von Auto und Fußgänger bewegen können bzw. nicht eingeschränkt werden können. Dies soll bewirken, dass sich Radfahrer sicherer auf der Straße fühlen und so das Fahrrad-Pendeln einfacher und attraktiver wird.

Fahrrad-Zonen

So soll Gemeinden die Einführung von Fahrrad-Zonen möglich gemacht werden. Ähnlich wie bei Tempo-30-Zonen müssen diese Bereiche für den Autofahrer mit deutlich gedrosselter Geschwindigkeit durchfahren werden. Zudem muss in Fahrrad-Zonen besonders Rücksicht auf einspurige Fahrzeuge genommen werden.

Radschnellwege

Ebenso kämpft das Bundesverkehrsministerium aktuell für sogenannte Radschnellwege. Diese Wege können unabhängig vom Untergrund als reiner Fahrradweg ausgezeichnet werden, zum Beispiel Wege mit sandigem Untergrund. Diese "Fahrrad-Autobahnen" soll es insbesondere Pendlern ermöglichen, schneller und direkter ans Ziel zu kommen und sich dabei ungestört und separat von Autos und Fußgängern zu bewegen.

Das ist Radfahrern zukünftig auch erlaubt

Die reformierte Straßenverkehrsordnung spricht Personen, die auf dem Fahrrad unterwegs sind, zudem zukünftig einige Privilegien zu.

Bereiche für Lastenfahrräder

Sogenannte Lastenfahrräder sollen laut der neuen Straßenverkehrsordnung spezielle Bereiche erhalten, in denen ein- und ausgeladen werden darf. Diese Ladezonen und Parkflächen sind für Lastenfahrräder reserviert. Die Fahrzeuge finden unterschiedliche Verwendung: So werden beispielsweise Waren oder Pakete damit ausgefahren, aber auch vor Kindergärten können sich künftig solche Zonen befinden, da viele Eltern mit diesen Rädern ihren Nachwuchs befördern.

Nebeneinanderfahren gestattet

Bisher lag der Fokus in der Straßenverkehrsordnung stets darauf, dass Fahrradfahrer hintereinander fahren sollten. Doch die Reform der Straßenverkehrsordnung soll eine Umformulierung mit sich bringen. Denn das Nebeneinanderfahren soll künftig ausdrücklich erlaubt sein, solange keine weiteren Verkehrsteilnehmer am Überholen gehindert werden.

Noch 2019 sollen diverse Regeln umgesetzt werden

Aktuell sind die neuen Verkehrszeichen lediglich Teil der StVO-Reform, die Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer vorantreibt. Seit Mitte August werden die Vorschläge im Bundesrat diskutiert und müssen hier erst durchgewunken bzw. entsprechend geändert werden. Denn auch die Länder müssen der reformierten Straßenverkehrsordnung zustimmen. Das Bundesverkehrsministerium gibt sich jedoch optimistisch und kündigte an, dass diverse Neuerungen noch 2019 eingeführt werden sollen.

Die Entscheidung, wo welche Schilder aufgestellt werden, ist jedoch nicht Sache des Verkehrsministeriums, sondern wird auf kommunaler Ebene von den einzelnen Verkehrsbehörden geregelt. Jede Stadt bzw. Gemeinde darf für die eigenen Straßen entscheiden, wo es sinnvoll ist, die neuen Schilder zu platzieren.

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