Rückrufe im Abgasskandal

Alle Rückrufaktionen rund um den Dieselskandal

Das wichtigste vorab
  • Über 5 Millionen Fahrzeughalter müssen an Rückrufaktionen teilnehmen
  • Verschiedene Rückrufaktionen drehen sich um den Motor EA189
  • Beim Motortyp EA189 sind Fahrzeuge mit 1.2, 1.6 und 2.0 Liter Hubraum betroffen
  • Auch V6-Motoren mit 3.0 Liter Hubraum wurden bereits zurückgerufen
  • Betroffene Dieselfahrer können Schadensersatz oder Kaufpreiserstattung verlangen

Im Rahmen des Dieselskandals waren beinah alle großen Autohersteller gezwungen, Fahrzeuge zurückzurufen, um die illegale Software zu entfernen. Doch bei den vielen Rückrufen ist der Überblick schnell verloren. Mithilfe unserer Auflistung können Sie herausfinden, von welcher Aktion Ihr Fahrzeug betroffen ist.

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Was wird bei den Rückrufaktionen gemacht?

Als nach und nach klar wurde, dass alle großen Autofirmen in den Abgasskandal verwickelt sind, forderte die Regierung und das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) eine Form der Nachbesserung an den betroffenen Fahrzeugen.

Die Autofirmen entwickelten Software-Updates, die die illegale Abschalteinrichtung aus der Motorsteuerungssoftware löschen sollen. Das hat zur Folge, dass das Auto dauerhaft im sauberen Prüfmodus fährt. Dieses Update muss bei jedem Auto einzeln aufgespielt werden. Dafür ist es notwendig, dass Fahrzeughalter mit ihren betroffenen Fahrzeugen eine Werkstatt aufsuchen.

Wie erfahre ich, ob mein Auto zurückgerufen wurde?

Alle Fahrzeughalter, deren Auto in irgendeiner Weise von einem Rückruf betroffen sind, werden per Post darüber informiert. Hier erhalten Sie auch Informationen darüber, was an Ihrem Fahrzeug nachgerüstet werden muss und wie lange Sie Zeit haben, eine Werkstatt aufzusuchen. Das kann je nach Automarke und Modell stark variieren.

Da sich der Volkswagen-Konzern bereits 2015 zu den Manipulationen bekannte, ist bei VW die Rückrufaktion bereits am weitesten fortgeschritten.

Anderen Autofirmen konnte erst deutlich später nachgewiesen werden, dass auch sie die illegale Abschalteinrichtung verwendeten. Daher sind noch nicht alle Rückrufaktionen in vollem Gange.

Welche Rückrufaktionen laufen aktuell?

Nach Bekanntwerden des Dieselskandals einigten sich diverse Fahrzeughersteller mit dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) auf freiwillige Umrüstungen, die an den betroffenen Fahrzeugen durchgeführt werden sollten.

Jedoch verzögerten sich diese Service-Maßnahmen immer wieder, sodass dem KBA nichts anderes übrig blieb, als härter durchzugreifen. Aus freiwilligen Aktionen wurden amtliche Rückrufaktionen, die für die Fahrzeughersteller und -halter verpflichtend sind und die ordnungsgemäße Ausführung vom KBA überwacht werden.

Ingesamt müssen etwa 5,3 Millionen PKW umgerüstet werden – bei 4,1 Millionen Fahrzeugen ist das bereits geschehen. Ursprünglich sollten Ende 2018 alle betroffenen Dieselfahrzeuge im sauberen Modus fahren. Das Kraftfahrt-Bundesamt hat jedoch noch nicht alle Software-Updates genehmigt, sodass noch etwa 1,2 Millionen Fahrzeughalter darauf warten, ihr Fahrzeug umrüsten zu lassen.

Die folgenden Rückrufaktionen wurden bereits auf der Internetseite des Kraftfahrt-Bundesamtes verkündigt:

Rückrufaktionen VW

Rückrufaktion 23R7 – VW

Der Motor mit dem Namen EA189 ist im VW-Konzern der große Übeltäter. Ein sehr großer Teil der betroffenen Fahrzeuge im Dieselskandal haben diesen Motor verbaut.

Da innerhalb des VW-Konzerns dieselben Motoren auch in Modellen der Tochtermarken verwendet werden, nehmen die Rückrufaktionen rund um den Motor EA189 derartige Dimensionen an.

Der Motor EA189 wurde in Modellen der Marken VW, Audi, SEAT und Skoda verbaut. Über 2,5 Millionen Fahrzeughalter wurden aufgefordert, an der Rückrufaktion teilzunehmen und ihr Fahrzeug in eine Werkstatt zu bringen.

Insgesamt waren drei Ausführungen des Motors EA189 vom Dieselskandal betroffen.

  • 2.0 TDI
  • 1.6 TDI
  • 1.2 TDI

Zuerst wurden alle Fahrzeuge mit einem 2.0 Liter TDI-Motor umgerüstet. Anschließend kamen die 1.2 Liter-Modelle an die Reihe. Zuletzt wurden die Modelle mit 1.6 Liter Hubraum umgerüstet, da hier neben dem Update auch noch ein Strömungstransformator eingebaut wurde, der die Abgasreinigung optimieren soll.

Der größte Teil der betroffenen Fahrzeuge hat die Abgasnorm Euro 5, jedoch gab es vereinzelt Euro 6-Modelle, die ebenfalls manipuliert wurden.

Der Rückruf "23R7" soll bei allen VW-Modellen die illegale Software-Komponente entfernen, sodass diese Autos im sauberen Prüfmodus fahren und weniger Stickoxide ausstoßen. Bisher ist das bei 99 % aller VW-Fahrzeuge geschehen.

Betroffene Fahrzeuge des Rückrufs 23R7

Modell
Motortyp
Baujahr
Amarok EA189 2009 bis 2012
Beetle II EA189 2008 bis 2016
Caddy EA189 2008 bis 2016
EOS EA189 2008 bis 2016
Golf VI EA189 2009 bis 2016
Golf Plus EA189 2009 bis 2016
Jetta V EA189 2008 bis 2016
Jetta VI EA189 2008 bis 2016
Passat EA189 2007 bis 2017
Passat CC EA189 2009 bis 2012
Polo 1.2 TDI EA189 2008 bis 2016
Polo 1.6 TDI EA189 2008 bis 2016
Scirocco III EA189 2007 bis 2017
Sharan EA189 2007 bis 2017
Tiguan EA189 2010 bis 2016
Touran EA189 2007 bis 2017

Rückrufaktion 23Z7 – VW

Doch der VW-Konzern musste nicht nur für den Motor EA189 eine Rückrufaktion starten. Vor einigen Monaten wurde bekannt, dass auch der Motor EA288 eine illegale Abschalteinrichtung besitzt.

Auch dieser Motor ist in beinah allen aktuellen Modellen des VW-Konzerns verbaut. Bisher konnten jedoch nur am T6, dem VW-Bus, erhöhte Stickoxidemissionen nachgewiesen werden. Im Dezember 2017 hatte VW die Auslieferung der neuen Busse gestoppt.

Laut dem Autobauer kann es „während der Regeneration des Dieselpartikelfilters zu erhöhten Stickoxidemissionen kommen“. Um dieses Problem zu lösen, hat VW ein Software-Update vom KBA genehmigen lassen, das die Motorsteuerung neu programmiert. An allen VW T6-Bussen, die vor 2017 ausgeliefert wurden, muss ein Update durchgeführt werden.

Brisant ist hierbei, dass es sich bei dem neuen T6-Modell bereits um ein Fahrzeug der Abgasnorm Euro 6 handelt, das bereits den verbesserten Motor EA288 verbaut hat.

Betroffene Fahrzeuge des Rückrufs 23Z7

Modell
Motor
Baujahr
T6 2.0 TDI EA288 2014 bis 2017

Rückrufaktion 23Y3– VW

Auch höher motorisierte Fahrzeuge des VW-Konzerns werden in vielen Fällen mit demselben Motor ausgestattet.

Bei der Rückrufaktion "23Y3" müssen Fahrzeuge mit Sechszylinder-V-Motor mit 3.0 Liter Hubraum zurückgerufen werden. Auch diese Fahrzeuge überschreiten die gesetzlich erlaubten Emissionswerte aufgrund einer illegalen Abschalteinrichtung. Bereits 93 % der V6-Diesel wurden mithilfe von Software-Updates umgerüstet.

Betroffene Fahrzeuge des Rückrufs 23Y3

Modell
Motor
Baujahr
VW Touareg 3.0 TDI EA897 2014 bis 2017

Rückrufaktionen Audi

Rückrufaktion 23Q7 – Audi

Die Rückrufaktion "23Q7" hat zum Ziel, in allen Audi-Modellen, in denen der Motor EA189 verbaut wurde, die illegale Abschalteinrichtung zu entfernen. Auch hier wird ein Software-Update verwendet, welches die illegale Komponente der Software entfernt.

Das Fahrzeuge fährt nach dem Update dauerhaft in dem sauberen Prüfmodus. In allen Audi-Modellen mit einem 1.6 Liter-Motor wird zudem ein sogenannter Strömungstransformator eingebaut. Dieser soll eine optimierte Kraftstoffverbrennung herbeiführen.

Audi hinkt bei der Umrüstungen der betroffenen Fahrzeuge etwas hinterher – erst jedes zweite Auto hat das Software-Update erhalten.

Betroffene Fahrzeuge des Rückrufs 23Q7

Modell
Motor
Baujahr
A1 EA189 2008 bis 2015
A3 EA189 2008 bis 2015
A4 EA189 2008 bis 2015
A5 EA189 2008 bis 2015
A6 EA189 2008 bis 2015
TT EA189 2008 bis 2015
Q3 EA189 2008 bis 2015
Q5 EA189 2008 bis 2015

Rückrufaktion 23X6 – Audi

Auch bei diesem Rückruf soll eine Software-Komponente entfernt werden, die für Manipulationen an der Abgasreinigung sorgt. Betroffen sind hierbei nur 3.0 Liter-Motoren der Marke Audi.

Lediglich 55 % der Fahrzeuge, die im Rahmen der Rückrufaktion "23X6" in eine Werkstatt müssen, wurden bereits umgerüstet. Damit liegt Audi weit hinter anderen Fahrzeugherstellern, die deutlich zügiger mit den Software-Updates vorankommen.

In den TDI-Modellen mit 3.0 Liter Hubraum ist der Motortyp EA897 verbaut. Audi musste in diesem Fall sehr neue Modelle zurückrufen – nur Baujahre 2015 bis 2018 werden hier genannt. Laut ADAC müssen etwa 151.000 Fahrzeuge mit dem V-TDI-Motor in Deutschland zurückgerufen werden.  

Betroffene Fahrzeuge des Rückrufs 23X6

Modell
Motor
Baujahr
A6 EA897 2015 bis 2018
A7 EA897 2015 bis 2018
A8 EA897 2015 bis 2018
SQ5 EA897 2015 bis 2018

Rückrufaktionen Porsche

Rückrufaktion AH09 – Porsche

Auch Porsche war gezwungen, verschiedene Modelle zurückzurufen. Der Motor des Typs EA897, der von Audi stammt, ist ein TDI-V6-Motor mit einem Hubraum von 3.0 Liter.

Auch Audi muss Fahrzeuge, die denselben Motortyp verbaut haben, umrüsten. Als Begründung gibt Porsche an, dass die illegale Abschalteinrichtung, beziehungsweise die "unzulässige Reduzierung der Wirksamkeit des Emissionskontrollsystems" entfernt werden müsse.

Auch in diesem Fall trifft es relativ neue Modelle, die bereits mit Abgasnorm Euro 6 ausgestattet sind. In Deutschland sind von diesem Rückruf etwa 20.000 Fahrzeuge betroffen. Bereits bei 75 % der Porsche-Fahrzeuge konnte das Software-Update aufgespielt werden.

Betroffene Fahrzeuge des Rückrufs AH09

Modell
Motor
Baujahr
Macan EA897 2013 bis 2017
Cayenne 3.0 TDI EA897 2014 bis 2017

Ansprüche durchsetzen im Abgasskandal

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Rückrufaktionen Skoda

Rückrufaktion 23R6 – Skoda

Der tschechische Autohersteller Skoda gehört seit 2000 zum VW-Konzern. Somit wurde der berüchtigte Motor EA189 auch in Modellen von Skoda verbaut.

"23R6" ruft neben dem EA189 auch Fahrzeuge zurück, die den Motor EA288 verbaut haben. Auch bei Skoda trifft es Modelle mit einem Hubraum von 1.2, 1.6 und 2.0 Liter. In der Summe sind von der Rückrufaktion 287.000 Fahrzeuge betroffen.

Betroffene Fahrzeuge des Rückrufs 23R6

Modell
Motor
Baujahr
Octavia II 1.6 EA189 2008 bis 2015
Rapid 1.6 EA288 2008 bis 2015
Roomster 1.6 EA189 2008 bis 2015
Superb II 1.6 EA189 2008 bis 2015
Yeti 1.6 EA189 2008 bis 2015
Yeti 2.0 EA189 2008 bis 2015

23S1 Rückrufaktion – SEAT

SEAT muss ebenfalls diverse Modelle zurückrufen, um die illegale Abschalteinrichtung entfernen zu lassen. Denn auch an die spanische Tochtermarke des VW-Konzerns wurde der "Skandalmotor" EA189 weitergegeben.

Seit Ende März 2016 läuft die Rückrufaktion "23S1". Wie alle anderen Fahrzeughersteller lässt SEAT die Fahrzeughalter in die Werkstatt fahren, damit ein Software-Update aufgespielt werden kann. Auch bei SEAT trifft es TDI-Modelle, die mit einem 1.2, 1.6 oder 2.0 Liter-Motor ausgestattet sind.

Betroffene Fahrzeuge des Rückrufs 23S1

Modell
Motor
Baujahr
Alhambra EA189 2011 bis 2015
Altea EA189 2009 bis 2015
Exeo EA189 2009 bis 2015
Ibiza EA189 2009 bis 2015
Leon EA189 2009 bis 2015
Toledo ES189 2013 bis 2015

Rückrufaktionen Mercedes-Benz

Rückrufaktion 5499302 – Mercedes-Benz

Daimler, der Mutterkonzern von Mercedes-Benz, weigert sich nach wie vor, die illegalen Manipulationen an Diesel-Fahrzeugen zu gestehen. Bereits 2017 bot der Fahrzeughersteller an, freiwillige Nachbesserungsmaßnahmen für seine Kunden bereitzustellen, da man sich nicht mit dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) einigen konnte.

Nun hat das KBA einen verpflichtenden Rückruf für beinah 700.000 Diesel-Fahrzeuge europaweit angeordnet. In Deutschland werden etwa 280.000 Fahrzeughalter in den nächsten Monaten eine Werkstatt aufsuchen zu müssen, um die Software-Updates aufspielen zu lassen.

Bisher wurde vom KBA nur ein Rückruf für die C-Klasse-Modelle des Fahrzeugbauers verkündet. Doch Daimler veröffentlichte bereits eine Liste aller Modelle, die vom Rückruf betroffen sein werden.

Betroffene Fahrzeuge des Rückrufs 5499302

Modell
Motor
Baujahr
C 180d, C 200d, C 180 BlueTEC, C 200 BlueTEC OM626 2013 bis 2018
C 220d, C 250d, C 220 BlueTEC, C 250 BlueTEC OM651 2013 bis 2018

Rückrufaktion VS2M651Kl – Mercedes-Benz LKW

Auch Modelle der Nutzfahrzeugsparte von Mercedes sind von den Manipulationen des Fahrzeugherstellers betroffen. Ende 2018 veröffentlichte Mercedes den ersten verpflichtenden Rückruf eines Modells über die Internetseite des KBA. Es handelt sich hierbei um die Vito- und V-Klasse-Modelle des Fahrzeugherstellers. Betroffen sind die Motortypen OM622 und OM651, die ebenfalls in vielen anderen Mercedes-Modellen verbaut sind.

Betroffene Fahrzeuge des Rückrufs VS2M651KI

Modell
Motor
Baujahr
Vito 1.6 Diesel OM622 2014 bis 2018
Vito 2.2 Diesel OM651 2014 bis 2018
V-Klasse OM651 2014 bis 2015

Bei Mercedes sind nur Modelle mit Abgasnorm Euro 6b betroffen.

Angekündigte Rückrufaktion – Mercedes-Benz

In den nächsten Wochen und Monaten werden sehr wahrscheinlich weitere Rückrufaktionen von Mercedes-Benz auf der Internetseite des KBA bekanntgegeben. Daimler veröffentlichte bereits eine Liste mit den folgenden Modellen und kündigte eine verpflichtende Rückrufaktion an.

Mercedes hatte mit freiwilligen Maßnahmen versucht, um den Rückruf herumzukommen, jedoch war das KBA mit der Kooperation der Daimler-Tochter nicht zufrieden und verpflichtete Mercedes zu Software-Updates an 700.000 Fahrzeugen. Insgesamt vier verschiedene Motoren wurden mithilfe einer illegalen Abschalteinrichtung manipuliert.

Zudem sind bei Mercedes vorwiegend neuere Modelle, die alle mit der Abgasnorm Euro 6b ausgestattet sind, von den Abgasmanipulationen betroffen. Das Unternehmen teilte mit, dass je nach Baureihe bereits 60 bis 85 % der betroffenen Fahrzeuge umgerüstet worden seien.

Daimler akzeptiert den verpflichtenden Rückruf nicht und hat bereits angekündigt, dagegen juristisch vorgehen zu wollen.

Betroffene Modelle des angekündigten Rückrufs

Modell
Motor
Baujahr
GLC 220d, GLC 250d OM651 2015 bis 2018
G 350d, eventuell auch G 350 BlueTEC OM642 2015 bis 2015
S 300 BlueTEC Hybrid, S 300h OM651 2013 bis 2016
ML 250 BlueTEC, eventuell auch GLE 250d OM651 2011 bis 2015
E 350 BlueTEC, E 350d (nur Coupé) OM642 2013 bis 2016

Rückrufaktionen BMW

Rückrufaktion 0013760200 – BMW

Auch der Münchner Fahrzeughersteller BMW musste zwei Modelle zurückrufen lassen. Grund: Eine "falsche Software manipuliert die Abgasreinigung". Betroffen sind die beiden Modelle M550d und 750d – zwei hochpreisige Fahrzeugtypen des Autobauers.

Ingesamt 11.700 Fahrzeuge mit eingebautem Sechszylinder-Motor mit 3.0 Liter Hubraum müssen mit einer überarbeiteten Software ausgestattet werden, damit die illegale Abschalteinrichtung entfernt wird. 78 % der betroffenen Fahrzeughalter sollen dem Aufruf bereits nachgekommen sein und an der Rückrufaktion teilgenommen haben.

Betroffene Fahrzeuge der Rückrufaktion 0013760200

Modell
Motor
Baujahr
M550d N57D30S1 2012 bis 2017
750d N57D30S1 2012 bis 2017

Wie können sich Betroffene gegen die Rückrufaktionen wehren?

Rückrufaktionen großer Fahrzeugbauer sind an sich nichts Neues. Immer mal wieder passiert es, dass Fahrzeuge wegen kleineren oder größeren Produktionsfehlern zurückgerufen oder umgerüstet werden müssen. Jedoch merken Fahrzeughalter in den wenigsten Fällen etwas von den Maßnahmen der Fahrzeughersteller.

Beim Dieselskandal ist es anders, denn hier finden die Rückrufaktionen auf Kosten der Fahrzeuge und ihrer Halter statt. Es kann bereits beobachtet werden, dass die umgerüsteten Fahrzeuge nach dem Software-Update einen erhöhten Verschleiß bestimmter Bauteile und einen vermehrten Verbrauch von AdBlue aufweisen.

Viele Diesel-Besitzer können das nicht akzeptieren und gehen gegen die Autobauer vor – mit Erfolg. Denn rechtlich gesehen wurde Ihnen im Fall des Dieselskandals nicht das Auto übergeben, für das Sie bezahlt haben.

Sie haben also Ansprüche gegenüber dem Fahrzeughersteller. Es empfiehlt sich jedoch, mit anwaltlicher Unterstützung gegen Ihren Fahrzeughersteller vorzugehen. Anwälte kennen die richtigen Strategien, um die Autobauer in die Knie zu zwingen und ermöglichen Ihnen so, als Gewinner aus dem Dieselskandal hervorzugehen.

So können Sie Ihre Ansprüche geltend machen:

Erstattung des Kaufpreises verlangen

Sie können als geprellter Dieselkunde den Kaufpreis zurückfordern, da Sie vorsätzlich getäuscht wurden und nun unter den enormen Wertverlusten Ihres Diesels leiden. Alternativ können Sie auch ein vergleichbares Neufahrzeug verlangen, wenn Sie Ihren Schummel-Diesel ebenfalls als Neuwagen gekauft haben.

Schadensersatz fordern

Sie sind verärgert über die Folgen der Manipulationen an Ihrem Fahrzeug, sind aber nicht bereit, dieses abzugeben? Dann haben Sie ebenso die Möglichkeit, vom Hersteller Ihres Autos Schadensersatz zu fordern. Sie haben Anspruch, für den Schaden, den Sie im Rahmen des Dieselskandals erlitten haben, entschädigt zu werden. Bis 10.000 Euro können Sie an Schadensersatz von dem Autobauer wegen der drohenden Fahrverbote und der Wertverluste aufgrund des Skandals fordern.

Widerrufsjoker nutzen

Haben Sie Ihr Auto über eine Finanzierung erhalten, dann besteht für Sie die Möglichkeit, Ihren Vertrag zu widerrufen. Das ist möglich, da sich in beinah allen Kredit- und Leasingverträgen großer Autobanken fehlerhafte Widerrufsbelehrungen finden. Dadurch hat die Widerrufsfrist nie zu laufen begonnen – Ihr Vertrag ist also "ewig" widerrufbar.

Ist der Widerruf wirksam, wird Ihr Vertrag rückabgewickelt. Das bedeutet, Sie erhalten alle geleisteten Raten und die Anzahlung wieder. Lediglich die gezahlten Zinsen werden von der Bank einbehalten. Sie geben Ihr Fahrzeug also zurück und erhalten dafür Ihr gezahltes Geld zurück.

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