Porsche Abgasskandal

Cayenne, Macan & Panamera - auch Luxusautos sind vom Abgasskandal betroffen

Das wichtigste vorab
  • Der Autokonzern hat eine Rückrufaktion für die kostenfreien Software-Updates gestartet
  • Durch Fahrverbote drohen Porsche-Diesel massive Wertverluste
  • Die Diesel-Produktion wurde bei Porsche eingestellt
  • Der Autobauer ist erstmals zur Zahlung von Schadensersatz verurteilt worden
  • Unsere Experten setzen die Ansprüche Geschädigter ohne Kostenrisiko durch
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Philipp Caba, Rechtsanwalt von Gansel Rechtsanwälte
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Carolyn Diepold, Rechtsanwältin von Gansel Rechtsanwälte
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Ansprüche durchsetzen im Abgasskandal

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Abgasskandal erfasst Porsche

Um die VW-Tochter Porsche war es nach Bekanntwerden der vorsätzlichen Täuschung um manipulierte Abgaswerte lange Zeit ruhig. Doch Mitte 2017 ist auch die Porsche AG, mit seinem Stammsitz in Stuttgart Zuffenhausen, mit den Vorwürfen um die illegale Abschalteinrichtung konfrontiert worden.

Wie hat Porsche manipuliert?

In den betroffenen Autos hat Porsche eine Abgassoftware verbaut, die erkennt, wann das Fahrzeug auf dem Prüfstand steht. Im normalen Straßenverkehr –  also unter realen Bedingungen – wird diese Software allerdings nicht aktiviert. Die Brisanz an dem Fall: Die Fahrzeuge sind alle mit der Schadstoffklasse 6 (Euro 6-Norm) eingestuft und galten als schadstoffarm. Zum Zeitpunkt der Zulassung war der Abgasskandal um VW längst bekannt.

Insgesamt sind über 70.000 Porsche-Diesel betroffen

Ist mein Porsche von der Abgasmanipulation betroffen?

Als der Skandal bei Porsche im Sommer 2017 öffentlich wurde, waren europaweit 22.000 Fahrzeuge betroffen. 2018 folgte dann mit nochmals 60.000 Autos der nächste Rückruf.

Bislang sind folgende Fahrzeuge von der Rückrufaktion betroffen:

  • Macan 3,0 Liter TDI
  • Cayenne 3,0 Liter TDI
  • Cayenne 4,2 Liter TDI
  • Panamera 3,0 Liter TDI
  • Panamera 4,2 Liter TDI

*Bei den Porsche-Modellen handelt es sich um Fahrzeuge mit der Abgasnorm Euro 6

Rückrufaktion von Porsche

Kurz nach Bekanntwerden der manipulierten Software hat Porsche eine Rückrufaktion gestartet. Zunächst wurden die 3,0 Liter-Fahrzeuge in die Werkstatt berufen. Betroffen waren der Porsche Cayenne und der Porsche Macan. Beim letztgenannten hat das Software-Update allerdings nicht ausgereicht, sodass im Frühjahr 2018 ein Zulassungsverbot sowie ein erneuter Rückruf erfolgte. Und auch bei den 4,2 Liter-Fahrzeugen gab es seitens Porsche eine Rückrufaktion, da illegale Abschalteinrichtungen verbaut wurden.

Droht meinem Porsche nun ein Wertverlust?

Die Halter betroffener Porsche-Diesel müssen mit einem massiven Wertverlust ihrer Fahrzeuge rechnen. Allerdings sind Wertverluste nicht nur für Halter mit manipulierter Software spürbar. Auch bei anderen Diesel-PKW resultieren die Wertverluste einerseits aus dem Vertrauensverlust in den Diesel-Antrieb, andererseits aus Angst vor Mobilitätseinschränkungen durch Fahrverbote.

In zahlreichen deutschen Großstädten wurden bereits Diesel-Fahrverbote verhängt. Der Wertverlust geht auch einher mit dem möglichen Entzug der Betriebserlaubnis Ihres Porsches. Wenn Ihr Fahrzeug zu den betroffenen manipulierten Autos gehört, müssen Sie mit einer Stilllegung rechnen.

Werde ich für den Wertverlust entschädigt?

Porsche teilt auf seiner Webseite mit, dass der Konzern die volle Verantwortung für die betroffenen Diesel-Fahrzeuge übernimmt. Der Hersteller ruft die manipulierten Autos für das kostenlose Software-Update in die Werkstätten.

Das Update nimmt laut Porsche rund eine Stunde in Anspruch. Sofern es erforderlich ist, erklärt sich der Hersteller bereit, Ihnen für die Zeit des Updates einen Ersatzwagen zur Verfügung zu stellen. Von einer Rückerstattung des Kaufpreises oder einer Schadensersatzzahlung für manipulierte Modelle ist bei Porsche allerdings nicht die Rede.

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Der Wertverlust des Porsches kann sich nach dem Update steigern.

Was passiert eigentlich bei einem Software-Update?

Was genau bei einem Update passiert, weiß außer der Hersteller niemand genau. Ihnen wird nicht gesagt, wie und in welchem Umfang in den Motor Ihres Fahrzeugs eingegriffen wird. Auch über die langfristigen Folgen werden Sie im Unklaren gelassen.

Autoexperten und Fachleute vom ADAC geben allerdings weiterführende Informationen. Sollen weniger Stickoxide im Abgas sein, müsse man die Temperatur bei der Verbrennung senken. Dadurch würden jedoch mehr Rußpartikel entstehen, die die Abgasrückführungsventile zwangsweise verstopfen.

Dies führt langfristig zum Motorschaden des Autos sowie zum wirtschaftlichen Schaden des Halters. Darüber hinaus sind sich die Experten einig, dass ein Software-Update die Stickoxide lediglich um 25 % senkt. Das Update sei praktisch nutzlos.

Hardware-Nachrüstungen seien für die Fachleute wesentlich effektiver. Mit zusätzlichen Komponenten am Motor ließen sich bis zu 90 % Stickoxide einsparen. Die Einschätzung gilt sowohl für Porsche-Diesel als auch für Dieselfahrzeuge der anderen Hersteller.

Muss ich mit Schäden am Fahrzeug nach dem Update rechnen?

Bei VW hat sich herausgestellt, dass das Update problematisch verläuft und es zu langfristigen Schäden am Fahrzeug kommen kann. So haben Fahrzeughalter beispielsweise von erhöhtem Kraftstoffverbrauch, Versottung der Filter und Leistungsverlust berichtet. Wenn in Ihrer Stadt bereits ein Fahrverbot verhängt wurde, hilft auch das Software-Update nicht weiter.

Zudem kann ein Auto ohne durchgeführtes Update als Beweismittel für den Betrug dienen. Aus diesem Grund ist es ratsam, das Update nicht durchführen zu lassen.

Wer haftet für Schäden nach dem Update?

Wenn die langfristigen Schäden nachgewiesen werden, muss ohne jeden Zweifel der Hersteller haften, da er den Schaden zu verantworten hat. Allerdings wird es schwierig, den Schaden infolge des Updates nachzuweisen. Wenn Sie das Update durchführen lassen, tragen Sie als Porsche-Kunde die wirtschaftlichen Risiken. Motorschäden, Fahrverbote, Wertverluste und andere wirtschaftliche Folgen tragen Sie als Kunde.

Deshalb ist es ratsam, Schadensersatzansprüche gegenüber dem Hersteller geltend zu machen – wegen der ursprünglichen Täuschung über die illegale Abschalteinrichtung.

Welche rechtlichen Möglichkeiten habe ich, mich gegen Porsche zu wehren?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Ihr Recht durchzusetzen.

  • Widerruf des Autokredit- oder Leasingvertrags

Sie haben die Möglichkeit, den Auto-Widerrufsjoker zu nutzen. Dabei ist es egal, ob in Ihrem Porsche die „Schummel-Software“ eingesetzt wurde oder nicht. Den Joker können Sie unabhängig davon ziehen. In fast allen Autokreditverträgen entsprechen die Widerrufsinformationen nicht den gesetzlichen Anforderungen. Darüber hinaus enthalten manche Verträge auch fehlerhafte Pflichtangaben.

Daraus resultiert, dass die übliche Widerrufsfrist nie zu laufen begonnen hat und die Verträge nach wie vor rückabgewickelt werden können. Das bedeutet, Sie können Ihren Autokredit oder Leasingvertrag widerrufen. In diesem Fall können Sie Ihr Auto zurückgeben und erhalten Ihre Anzahlung und die bereits gezahlten Beträge zurück.

  • Rückforderung des Kaufpreises oder Neufahrzeug

Sie haben weiterhin die Möglichkeit, den Kaufpreis Ihres Porsches gegen Rückgabe des Autos zurückzuverlangen. Alternativ können Sie auch ein vergleichbares Neufahrzeug verlangen, das die gesetzlichen Grenzwerte einhält.

  • Schadensersatz

Da Porsche seinen Kunden mit der Schummel-Software erheblich geschadet hat, besteht auch die Möglichkeit, den Autobauer auf Schadensersatz zu verklagen. Viele Gerichte haben einen entsprechenden Anspruch für die Käufer der betroffenen Diesel-Fahrzeuge bereits bestätigt.

Gibt es bereits Urteile gegen Porsche im Abgasskandal?

Im Gegensatz zu den anderen Autobauern ist Porsche der erste Hersteller, der im Rahmen des Dieselskandals Schadensersatz in Höhe von 60.000 Euro plus Zinsen leisten muss. Dies ist eine Entscheidung des Landgerichts (LG) Stuttgart (Urt. v. 25. Oktober 2018, Az. 6 O 175/17) .

Die Käuferin eines Porsche Cayenne forderte von Porsche den Schadensersatz in dieser Höhe, da der Autobauer die Abschalteinrichtung illegal verbaut und die Zulassungsbehörden über die Zulassungsfähigkeit des Fahrzeugs getäuscht hat. Wie das Landgericht Stuttgart mitgeteilt hat, ist das Urteil noch nicht rechtskräftig. Porsche habe bereits Berufung angekündigt.

Gibt es personelle Konsequenzen bei Porsche?

Im Zuge der Abgasmanipulation gab es bei dem Konzern bereits personelle Entscheidungen. Laut eines Berichts der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wurden Ende 2018 insgesamt drei Personen beschuldigt, in den Manipulationsskandal involviert zu sein. Anklage wurde von der Staatsanwaltschaft bislang noch nicht erhoben.

Im Rahmen einer Großrazzia mit 200 Beamten wurde im April 2018 bereits der Leiter der Motorenentwicklung in Haft genommen. Der Grund: Er soll gewusst haben, dass in den Motoren unzulässige Steuergeräte verbaut wurden, berichtet die FAZ. Porsche-Chef Oliver Blum hat die Vorwürfe gegenüber der Zeitung zurückgewiesen und rasche Aufklärung versprochen.

Wie geht es bei Porsche nach dem Abgasskandal weiter?

Unabhängig von den Vorwürfen und den zurückgerufenen Fahrzeugen stand der Diesel nie im Fokus des Kerngeschäfts von Porsche. Der weltweite Anteil an den Selbstzündern lag 2017 bei 12 %. Der Konzern habe die Motoren ohnehin nicht selber hergestellt. Produziert wurden die Diesel-Antriebe von der Konzernschwester Audi.

Seit Februar 2018 habe der Hersteller keine Diesel mehr in seinem Portfolio. Aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen habe der Hersteller entschieden, künftig keinen Diesel-Antrieb mehr herzustellen. Zu den Rahmenbedingungen gehören auch die Diesel-Fahrverbote. Immer mehr Großstädte in Deutschland haben sich im vergangenen Jahr 2018 für Diesel-Fahrverbote ausgesprochen. Dazu zählen beispielsweise Hamburg, Stuttgart und Köln.

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