Diesel Wertverlust

Wie Diesel-Fahrer ihre Autos ohne Verluste loswerden

Das wichtigste vorab
  • Der Abgasskandal führt für Diesel mit Euro 5 zu massiven Wertverlusten
  • Der Preisverfall setzt sich seit Bekanntwerden des Skandals weiter fort
  • Die verhängten Fahrverbote in deutschen Großstädten steigern den Wertverlust
  • Auch nach einem Software-Update steigen Diesel älterer Schadstoffklassen nicht im Wert
  • Mit Hilfe unserer Experten können Sie Ihren Diesel ohne Verluste loswerden
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Philipp Caba, Rechtsanwalt von Gansel Rechtsanwälte
Philipp Caba

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Carolyn Diepold, Rechtsanwältin von Gansel Rechtsanwälte
Carolyn Diepold

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Abgasskandal führt zu Wertverlusten von Diesel-Fahrzeugen

Die Zäsur für deutsche Autos mit Diesel-Motor kam im September 2015. In diesem Monat wurde bekannt, dass Volkswagen jahrelang seine Kunden betrogen hat. Statt umweltfreundlicher Autos wurde sowohl in Diesel-PKW als auch in Nutzfahrzeugen eine Manipulationssoftware verbaut.

Die Software erkennt, ob sich das Auto im realen Straßenbetrieb oder auf dem Prüfstand befindet. Im Testbetrieb wurden die zulässigen Stickoxid-Grenzwerte eingehalten. Sobald der Diesel auf der Straße gefahren ist, wurden die zulässigen Werte um ein Vielfaches überschritten. Diese Schummel-Software wurde in rund 11 Millionen Diesel-Fahrzeugen verbaut. Der Skandal bei VW war groß und die Verbraucher verunsichert, wie es nun mit ihren Fahrzeugen weitergeht.

Darüber hinaus hat sich der Dieselskandal auch auf die anderen zwei großen Autobauer ausgeweitet. In Teilen der Diesel-PKW von BMW sowie der (Nutz-)Fahrzeuge von Daimler ist ebenfalls die manipulative Software zur Steuerung des Motors verbaut worden. Damit wurde bei den Abgaswerten im großen Stil getrickst.

Die Leidtragenden sind die Diesel-Fahrer, die nicht nur betrogen wurden. Durch den Dieselskandal ist der Wertverlust ihres Fahrzeugs massiv gestiegen. Allerdings stehen sie nicht alleine da. Nicht nur die Fahrzeughalter, deren Auto mit der Manipulationssoftware betroffen sind, sondern alle Dieselbesitzer sind von dem Wertverlust ihres Autos betroffen.

Diesel-Fahrzeuge mit Euro-6-Norm sind auch vom Wertverlust betroffen

Um welche Fahrzeuge handelt es sich?

Von dem Wertverlust sind vor allem Diesel-Fahrzeuge mit den Schadstoffklassen bis Euro 5 betroffen. Zudem handelt es sich beispielsweise bei VW um Modelle mit den Motoren EA 189 und EA 897. Sollte Ihr Auto über eines dieser Schadstoffklassen verfügen, werden Sie bei einem Wiederverkauf große Verluste hinnehmen müssen.

Ein Hauptgrund dafür ist, dass die Diesel-Vorzeige-Technologie seit Bekanntwerden des Abgasskandals stark in Verruf gekommen ist. Zudem haben zahlreiche Verbraucher das Vertrauen in die Selbstzünder verloren.

Doch nicht nur Fahrzeughalter der genannten Schadstoffklassen müssen mit Wertverlusten ihres Diesel rechnen. Auch bei Fahrzeugen mit der Schadstoffklasse Euro-6 wurde die illegale Abschalteinrichtung von den Herstellern verbaut. Werden sie verkauft, droht Fahrzeughaltern ebenfalls ein massiver Wertverlust.

Muss ich beim Verkauf mit hohen Abschlägen rechnen?

Der massive Wertverlust aller Diesel- Schadstoffklassen wird am Dieselbarometer 2018 deutlich. Noch im Februar des Jahres konnten 87 % der Händler Diesel-Gebrauchtwagen nur noch mit höheren Abschlägen verkaufen. 22 % haben erst gar keine Diesel-Gebrauchtwagen in Zahlung genommen.

Eine andere Statistik der Deutsche Automobil-Treuhand (DAT) zeigt deutlich, dass die Besitzumschreibungen für Gebraucht-Diesel in 2018 stark gesunken sind.

Anteilig an allen Abgasnorm-Klassen hat Euro 5 die höchsten Verluste bei Besitzumschreibungen hinnehmen müssen. Lediglich 45.800 Fahrzeuge (26 %) wurden auf einen neuen Besitzer umgeschrieben. Vom Preisverfall sind alle Marken betroffen, am stärksten allerdings BMW. Besonders die Luxusmodelle 750d und M550d des bayerischen Herstellers verlieren seit dem Bekanntwerden des Dieselskandals drastisch an Wert.

Daten & Fakten zum Diesel-Wertverlust

Das Dieselbarometer 2018 zeigt weiterhin, dass ein drei Jahre alter Selbstzünder mit einer Laufleistung von 15.000 bis 20.000 Kilometern am Jahresende nur noch 52,1 % seines Neupreises wert war. Im Januar 2018 waren es noch 53,7 %, seitdem ist der Wert kontinuierlich gesunken.

Darüber hinaus haben sich die Standzeit sowie die Standkosten für die Händler erhöht. Wie das DAT-Dieselbarometer zeigt, betrug die Standzeit für Diesel 102 Tage mit 30 Euro pro Tag.

Zwischen Mai 2016 und Mai 2017 haben die BMW der 5er und 1er-Serie die größten Wertverluste erfahren. Mit mehr als 17 % führt der 5er BMW-Diesel das Ranking an. Den niedrigsten Wertverlust innerhalb von zwölf Monaten hat der Skoda Octavia mit 8,8 % erfahren.

Zu beobachten ist ebenfalls, dass die Inserate für Diesel deutlich zunehmen. Das Angebot wird größer, nur die Nachfrage nach den Selbstzündern sinkt. Rund zwei Jahre nach Bekanntwerden des Manipulationsskandals steht der VW Golf auf Platz 1 der am meisten wiederverkauften Diesel-PKW. Im Jahr 2017 ist der Preis um mehr als 5 % gesunken.

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Haben die verhängten Fahrverbote Auswirkungen auf den Wertverlust?

Am 27. Februar 2018 wurde vom Bundesverwaltungsgericht der Weg für Fahrverbote in Deutschland freigemacht. Seitdem wurden in zahlreichen Ballungsräumen und Großstädten Diesel-Fahrverbote verhängt. Zu den Städten zählen unter anderem Stuttgart, Berlin, Hamburg und Köln.

Durch die Fahrverbote wird der Preisverfall und Wertverlust der Diesel-Fahrzeuge nochmals verschärft. Grund für den Erlass der Fahrverbote war, dass die von der EU vorgeschriebenen Grenzwerte an Stickoxid-Emissionen eingehalten werden. Diese liegen bei 40 Mikrogramm pro Kubikmeter.

Ist mein Euro 6-Diesel auch vom Fahrverbot betroffen?

In den meisten Städten, in denen bereits Fahrverbote verhängt wurden und die in 2019 umgesetzt werden, dürfen keine Diesel mit den Abgasnormen 1 bis 5 mehr fahren. Wer trotz Verbot erwischt wird, muss wahrscheinlich mit hohen Bußgeldern rechnen. In den meisten Städten steht die tatsächliche Höhe der Strafen allerdings noch nicht fest.

Für Fahrzeughalter mit einem Diesel der Euro 6-Abgasnorm gelten die Fahrverbote bislang nicht. Mit diesem Fahrzeug können Sie auch weiterhin in den Umweltzonen der Städte fahren. Ratsam ist es allerdings, mit dem Kauf eines entsprechenden Diesels zu warten, bis Fahrzeuge mit neuen Abgasstandards verfügbar sind.

Laut ADAC besteht jedoch das Risiko, dass auch neu zugelassenen und gebrauchten Euro 6-Diesel auf lange Sicht Fahrverbote wegen zu hoher Stickoxid-Emissionen drohen.

Wird der Wertverlust meines Wagens durch das Update reduziert?

Auch Diesel, bei denen ein Software-Update durchgeführt wurde, sind vom Wertverlust weiterhin betroffen. Er reduziert sich dadurch auch nicht automatisch, da die Updates bewiesenermaßen negative Auswirkungen auf das Auto haben können. Lediglich bei Fahrzeuge, die umgerüstet werden, könnte sich der Wertverlust zumindest reduzieren. Entsprechende Umbauten sind allerdings entweder sehr teuer oder noch gar nicht verfügbar.

Achtung

Wenn Ihr Auto vom Dieselskandal betroffen ist und vom Hersteller zurückgerufen wurde, ist das Update für Sie verpflichtend. Ansonsten droht Ihnen die Stilllegung und der Entzug der Betriebserlaubnis für das Fahrzeug.

Da wir von dem Aufspielen des Software-Updates abraten, empfehlen wir Ihnen, sich an einen Rechtsanwalt zu wenden, sobald Sie ein Rückruf-Schreiben erhalten.

Wer entschädigt mich für den Wertverlust meines Diesels?

Sie sollten nicht damit rechnen, dass VW, BMW oder Daimler Sie aus freien Stücken entschädigen – obwohl die Hersteller die Verbraucher in großem Stil betrogen haben. Vielmehr hoffen die „Großen Drei“, dass Ihre rechtlichen Ansprüche verjähren und Sie nicht aktiv werden.

Lediglich durch das Software-Update im Rahmen von deutschlandweiten Rückrufaktionen wurde ein Schritt in Richtung Verbraucher unternommen. Allerdings ist das Update höchst umstritten. Bei den VW-Diesel haben die Fahrer einen Leistungsverlust ihrer Fahrzeuge hinnehmen müssen. Einige Halter berichten von regelmäßigen Werkstattbesuchen aufgrund eines defekten Abgasrückführungssystems.

Darüber hinaus klagten viele VW-Dieselbesitzer über einen erhöhten Kraftstoffverbrauch sowie über eine Versottung der Filter. Außerdem habe das Software-Update Auswirkungen auf das ESP des Fahrzeugs gehabt. Einige Teile des Systems wurden gar deaktiviert.

Um für den Wertverlust entschädigt zu werden, bleibt es deshalb nicht aus, gegen die Verursacher rechtliche Schritte einzuleiten.

Wie kann ich mich gegen die Hersteller wehren?

Eines vorweg: Sie sind nicht völlig machtlos im Kampf gegen den Wertverlust Ihres Autos. Insgesamt gibt es drei Optionen, mit denen Sie sich gegen die Autohersteller wehren können.

  • Kreditwiderruf bei finanziertem oder geleasten Wagen

Sollten Sie Ihren Diesel-PKW mit einem Kredit finanziert haben, gibt es die Option des Auto-Widerrufsjokers. Bei dem Joker spielt es keine Rolle, ob in Ihrem Auto die illegale Abschalteinrichtung verbaut wurde.

Die Möglichkeit, den Widerrufsjoker zu ziehen, haben Sie fast immer. In nahezu allen Autokredit- und Leasingverträgen entsprechen die Widerrufsinformationen nicht den gesetzlichen Anforderungen, oder enthalten fehlerhafte Pflichtangaben. Die Widerrufsfrist, die sonst üblich ist, hat demnach nie begonnen zu laufen. So können Verträge nach wie vor rückabgewickelt werden. Sie erhalten dadurch Ihre bisher gezahlten Raten sowie die Anzahlung zurück und können Ihr Fahrzeug zurückgeben.

  • Forderung eines Schadensersatzes

Für Diesel-Fahrer, die direkt vom Dieselskandal betroffen sind, gibt es diese Möglichkeit, ihre rechtlichen Ansprüche auf Schadensersatz gegen die Hersteller durchzusetzen. Dazu können Sie entweder individuell gegen die Autobauer klagen oder sich der Musterfeststellungsklage gegen die Volkswagen AG anschließen.

  • Rückzahlung des Kaufpreises gegen Rückgabe des Autos

Aufgrund des steigenden Wertverlustes Ihres Diesel ist es in jedem Fall ratsam, das Auto möglichst ohne Verlust loszuwerden oder ein Fahrzeug zu verlangen, dass den europäischen Abgasbestimmungen gerecht wird – und zwar im Realbetrieb. Beides können Sie von Ihrem Autohändler verlangen, wenn Ihr Fahrzeug vom Abgasskandal betroffen ist.

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